Presse der letzten acht Jahre

zum Thema D-Linie

Presseschau

Neues aus der Tagespresse

Cartoon Zeitungsleser

In diesem Bereich lesen Sie Aktuelles aus der Presse zum Thema D-Tunnel, „Projekt 10/17”, „Scheel­haase-Lösung” etc. Die Beiträge werden chrono­logisch angezeigt (die vier neuesten zuerst), ältere Beiträge aus dem Archiv stetig hinzugefügt. Alle Artikel stehen online bei den jeweiligen Tages­pressen und öffnen sich in einem neuen Browser-Fenster, womöglich müssen Sie bei neueren Artikeln noch mit einer Bezahl­sperre rechnen. Haben Sie auch interessante Artikel entdeckt, schreiben Sie bitte an den Webmaster.

Hallo Linden Limmer: „Initiative gegen Hoch­bahn­steige Aus­mess­aktion”

Die BI Wasserstadt hatte eingeladen, um den aktuellen Stand der Möglichkeiten für eine Stadt­bahn­verbindung in die Wasser­stadt herauszufinden. Regions­dezernent Ulf-Birger Franz war erschienen und schilderte die aus seiner Sicht einzige realistische Möglichkeit eine Stadtbahn zur Wasser­stadt zu führen. Dabei spielt die Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle.

Artikel weiterlesen

Ältere Artikel

(Kommentare: 0)

HAZ: „Hütchen­spiele beim Nahverkehr”

Hütchenspiele beim Nahverkehr

Im Nahverkehr ist ein Machtkampf ent­brannt. Region und Üstra streiten um Einfluss beim Dachverband Großraum Verkehr Hannover Hannover.

Von Bernd Haase

Als Präsident der Region Hannover hat man mehrere Hüte auf. Zur Kollektion von Hauke Jagau (SPD) zählen unter anderem der des Verwaltungschefs und obersten Repräsen­tanten seiner Behörde sowie der des Aufsichts­rats­vorsitzenden der Üstra. Diese beiden passen derzeit so gut zusammen wie ein Seppelhut und ein Sombrero.

Jagaus für den Nahverkehr zuständige Regions­behörde will den Großraum Verkehr Hannover (GVH), den Dachverband der hiesigen Unter­nehmen, neu organisieren und hat dazu ihre Pläne in einer Vorlage niedergelegt. Die Vorstände der Üstra, André Neiß und Wilhelm Lindenberg, haben in einem bislang beispiellosen Vorgang ihre Aufsichtsräte eindringlich davor gewarnt, dieser Vorlage zuzustimmen. Täten die Aufseher dieses dennoch, so heißt es in einer Art Gegenschrift, bürdeten sie der Üstra wissentlich wirtschaftliche Risiken auf. „Damit würden Aufsichtsräte und Vorstände der Üstra gegen ihre Sorgfalts­pflicht gegenüber dem Unternehmen verstoßen und könnten persönlich haftbar gemacht werden“, heißt es in dem Papier.

Das ist ohne Zweifel starker Tobak, der seine Wirkung auf die einfachen Aufsichts­rats­mitglieder nicht verfehlt hat. Erstens hat der Mann mit den zwei Hüten dort derzeit keine Mehrheit für seine Pläne. Zweitens will der Aufsichtsrat prüfen lassen, was an den vom Vorstand geäußerten rechtlichen Bedenken dran ist.

Der GVH
Der Verband wurde 1970 gegründet mit dem Ziel, einheit­liche Fahrpreise, einheitlichen Fahrschein­vertrieb und abgestimmte Fahrpläne für den Raum Hannover zu organisieren. Außerdem zählen Werbung und Fahrgast­information zu seinen Aufgaben. Er hat derzeit zwei Mitglieder, die Üstra und die RegioBus. Eigenes Personal beschäftigt er nicht, Geschäftsführer ist Üstra-Vorstand Lindenberg. 2010 sind im Bereich des Verbundes 195,5 Millionen Fahrgäste befördert wurden, das sind so viele wie nie zuvor.

Die Reformpläne
Sie gehen zurück auf den früheren Verkehrs­dezernenten der Region und jetzigen Geschäfts­führer der RegioBus, Hans-Georg Martensen (SPD). Der neue GVH, der zu Jahresbeginn 2012 an den Start gehen soll, erhält weitere Mitglieder. Das sind die Regions­behörde selbst, die mit 51 Prozent gleich die Mehrheit beansprucht, sowie die Unternehmen DB Regio, Metronom und Heidekreuzbahn, die alle in der Region unterwegs sind oder sein werden. Außerdem werden die Befugnisse des Verbundes erweitert. Geschäftsführer soll Ulf Mattern aus der Nahverkehrs­abteilung der Regionsbehörde werden.

Was will die Region?
Daraus macht sie keinen Hehl: „Wer bezahlt, braucht Steuerungs­hoheit“, sagt Jagau. Gemeint ist, dass die Region den Unternehmen ihre Verkehrs­leistungen bezahlt und ihnen Defizite garantiert ausgleicht. Dabei kommen dreistellige Millionen­beträge zusammen, wofür die Region mehr Mitsprache fordert.

Was passt der Üstra nicht?
Im Wesentlichen zwei Dinge: Sie führt bisher die Abo-Zentrale, soll diese aber an den neuen GVH abgeben. Dadurch drohe der Verlust von Wertschöpfung, von Kunden­daten und -kontakten, fürchtet sie. Außerdem gilt im GVH das Prinzip der einfachen Mehrheit. Damit hätte die Region mit ihrem 51-Prozent-Anteil Durchgriff – bis hin zum operativen Geschäft der Unternehmen, wie die Üstra sagt. Die Rede ist von „Behörden­nahverkehr – Regions­beamte könnten im Zweifelsfall bestimmen, wann welche Bahnen und Busse von A nach B fahren.“

Wie geht es weiter?
Die Üstra hat angekündigt, zu den gegen­wärtigen Bedingungen nicht dem GVH beizutreten. Damit stünde dieser ohne sein mit Abstand größtes Mitglied da – drei von vier Bus- und Bahnfahr­gästen in der Region transportiert die Üstra. Jagau soll ob derartiger Renitenz wütend sein und mit massiven Konsequenzen gedroht haben. „Ich halte einen Kompromiss noch für möglich“, sagt er öffentlich.

Wäre die Üstra abzustrafen?
Schwierig. Ihre Konzessionen für das Stadt­bahn­netz und für die Busse laufen bis 2020; außerdem besitzt sie den Fuhrpark. Auch zu berücksichtigen ist, dass die Üstra indirekt Stadt und Region gehört und sich die Frage ergibt, ob die beiden im Zweifelsfall ihr eigenes Unternehmen sanktionieren.

Was kommt auf den Kunden zu?
Theoretisch könnte die Üstra, machte sie nicht beim GVH mit, in gewissem Rahmen eigene Fahrpreise und Fahrpläne auflegen. Praktisch, so ist zu hören, kommt das nicht infrage. Das Unternehmen würde sich darin dem Verbund angleichen.

Was macht eigentlich... André Neiß?
Die Frage ist durchaus spannend. Unter seiner Ägide ist die Üstra erfolgreich saniert worden, hat als eines der ganz wenigen Verkehrs­unternehmen bundesweit zwischenzeitlich sogar Gewinne im operativen Geschäft erzielt. Mit dieser Referenz müsste sich der Manager keine Gedanken um einen neuen Job machen, wenn er Hannover verlassen wollte. Gerätselt wird nun, ob er das tut, wenn die Region die Üstra zu sehr an die Kandare nimmt. Sein derzeitiger Vertrag läuft bis 2015.

Artikel weiterlesen