Presseschau

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04.03.2009, 04.03.2009, NP: »Stadtbahn: Mittendrin statt untendurch?«

Stadtbahn: Mittendrin statt untendurch?

Debatte über mögliche Linienführung in der City

Neue Debatte über den Lücken­schluss im Stadt­bahn­netz: Ober- und nicht unter­irdisch sollen die Linien 10 und 17 vom Goethe­platz in die City rollen, fordern Umwelt­initiativen.

Von Michael Krische

Der Fachbereich Verkehr der Region arbeitet mit Hochdruck an der Machbarkeitsuntersuchung für die fehlende Stadtbahnlinie D zwischen Goetheplatz und Berliner Allee. „Voraussichtlich im Mai werden die Ergebnisse vorliegen“, so Bereichschef Hermann Meyer.

Im Tunnel oder zu ebener Erde – das ist die große Frage. Meyer: „Wir prüfen beide Varianten ohne Vorbehalte.“ Üstra- Chef André Neiß hatte den Anstoß zur Wiederaufnahme der D-Linien-Pläne gegeben, die rot-grüne Ratsmehrheit die Machbarkeitsstudie initiiert (NP berichtete).

Mit ihrer Denkschrift (Titel: „Mittendrin statt drunterdurch“) machen sich Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) und Verkehrsclub Deutschland (VCD) jetzt für die oberirdische Lösung stark. „Wir sind überzeugt, dass sie der Tunnelvariante verkehrlich, städtebaulich, ökonomisch und ökologisch eindeutig überlegen ist“, so Thomas Schwartz als Sprecher des gemeinsamen Arbeitskreises von BIU und VCD.

Die Argumente der Umwelt- und Verkehrsinitiativen:

■ Ein Tunnel vom Goetheplatz bis zur Berliner Allee würde schätzungsweise 200 Millionen Euro teuer sein. Die oberirdische Führung schlage nur mit etwa einem Fünftel zu Buche.

■ Mit Stationen in der Einfahrt zum Posttunnel (eventuell auch in der Kurt-Schumacher-Straße) würden sowohl das ECE-Center als auch die übrige Innenstadt optimal angebunden.

■ Das Umsteigen werde durch die Verlegung der Haltestelle Steintor aus der Kurt-Schumacher- Straße in die Münzstraße und durch die Anordnung in der Hamburger Allee unmittelbar neben dem Abgang zum Raschplatz deutlich bequemer.

Die Geisterstation hinterm Bahnhof soll dann unbenutzt bleiben: „Sie liegt 300 Meter von der heutigen Haltestelle der Linien 10 und 17 am Bahnhof und damit vom ECE entfernt“, sagt Schwartz. Mitautor Dieter Apel vom Institut für Urbanistik: „Es ist besser, städtebauliche Impulse für die City zu geben, statt 200 Millionen in der Erde zu vergraben.“

Die heutige Trasse der Stadtbahnlinien 10 und 17 endet am Aegi. Der Abschnitt bis dorthin soll auch nach Meinung der Initiativen aufgegeben werden. Die Grafik zeigt neben einer möglichen Tunnellösung ihren Vorschlag für eine oberirdische Streckenführung durch den Posttunnel zur Hamburger und Berliner Allee mit Möglichkeiten zur Verlängerung in Richtung Zoo oder Sallstraße.

Die Stationen lägen deutlich näher zum ECE-Center und zur übrigen Innenstadt, sagen die Verfasser. Bei den Tunnelstationen schlage außerdem der Aufwand für die Auf- und Abgänge bei Erreichbarkeit und Bequemlichkeit negativ zu Buche.

Bei der Beurteilung der Varianten spielen Kosten- und Nutzen- Analysen sowie die Förderungsfähigkeit eine Rolle. Die Ergebnisse werden zunächst von einem Lenkungsausschuss bewertet. Mitglieder: Regionsdezernent Hans-Georg Martensen, Stadtbaurat Uwe Bodemann, Üstra-Chef André Neiß und Infra-Chef Stefan Harcke.

Rot und Grün im Rat wollen erst die Ergebnisse der Untersuchung abwarten. In einem sind sich Bausprecher Thomas Hermann (SPD) und Michael Dette (Grüne) einig: „Die heutigen Verhältnisse dürfen nicht zementiert werden.“