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 Mann und Tochter lesen ZeitungIn diesem Bereich lesen Sie Aktuelles aus der Presse zum Thema D-Tunnel, ober­irdische Straßen­bahn­führung, »Scheelhaase-Lösung« etc.. Leserbriefe in der Presse haben eine eigene Rubrik. Haben Sie auch interessante Artikel entdeckt, schreiben Sie bitte an den Webmaster. Die Beiträge werden chronologisch angezeigt, ältere Beiträge stetig hinzugefügt.

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22.09.2011, 22.09.2011, Stadt-Anzeiger Süd HAZ/NP: »Die Üstra kriegt die Kurve nicht«

Die Üstra kriegt die Kurve nicht

Quietschen und Kreischen – Stadt­bahnen verursachen an der Freund­allee im Stadt­teil Bult häufig einen höllischen Lärm.

Von Michael Zgoll

Das schrille Kreischen von Metall auf Metall, wenn Stadtbahnzüge enge Kurven durchfahren, ist ein Problem, das so alt ist wie Straßenbahnen in der Stadt. Jüngst beschwerte sich ein Anwohner aus dem Stadtteil Bult beim Stadt-Anzeiger, dass das Quietschen an der Einmündung der Freundallee in den Bischofs­holer Damm – hier verkehrt die Linie 6 zwischen Nord­hafen und Messe/Ost – in den vergangenen anderthalb Jahren unerträglich laut geworden sei. Die galligen Vergleiche mit den „Klängen einer rachitischen Glasharfe“ oder „heulenden Derwischen des Morgenlandes“ deuten darauf hin, dass Gunter Hartung seinen Humor noch nicht gänzlich verloren hat. Doch die „furchtbaren Frequenzen“ würden ihm und vielen Nach­barn – darunter auch etliche Bewohner des nahen Alten­pflege­heims der Gustav Brandt’schen Stiftung – oft den letzten Nerv rauben. Die Üstra aber kann den Anliegern wenig Hoffnung machen: Auch wenn sich das Nahverkehrsunternehmen nach Kräften mühe, die kreischigen Töne zu minimieren, seien typische „Betriebs­geräusche“ in Kurven wie an der Freundallee nicht zu vermeiden.

Das Allheilmittel „Schmieren“, so Üstra-Sprecher Udo Iwannek, sei für dieses „Sorgenkind“ im Stadtteil Bult nicht tauglich. Eine automa­tische Schmieranlage, wie sie in 46-facher Ausführung im hannoverschen Stadtgebiet zu finden sei, könne am Eck von Freundallee und Bischofs­holer Damm nicht installiert werden, weil sie aus dem Gleiskörper hinausragen und ein gefährliches Hindernis für Auto- oder Zweirad­fahrer bilden würde. Doch wegen der Autos und Radfahrer sei es noch nicht einmal möglich, die Gleise in der Kurve per Hand zu schmieren. „Bei einem straßenbündigen Gleiskörper“, erläutert Iwannek, „würde sich der relativ feste Schmier­stoff auf dem Asphalt verteilen und eine hohe Rutsch­gefahr für Autos oder Motorrad­fahrer bedeuten.“

Die einzige Möglichkeit, den Lärm an dieser Ecke zu reduzieren ist nach Auskunft Iwanneks ein Abschleifen der Gleise mit Hilfe eines Spezial­fahrzeugs. Da dieser Versuch, die Reibung zwischen Gleis und Rad zu verringern, aber auch mit erheblichem Lärm verbunden sei, praktiziere die Üstra dies nur in größeren Zeitabständen. Die Beobachtung von Anwohner Hartung, dass es Tage gebe, an denen die Kreischtöne sehr laut seien, während es an anderen Tagen relativ ruhig sei, führt Iwannek auf die Einflüsse des Wetters zurück: „Bei Trockenheit tritt das Quietschen tatsächlich häufiger und deutlicher auf als bei Nässe.“

Der Vermutung von Gunter Hartung, dass ein zu enger Kurven­radius Ursache des Radaus vor seiner Haustür sei, widerspricht die Üstra. Der Radius an der Einmündung Freundallee betrage 40 Meter, so Iwannek; es gebe aber etliche Punkte im Stadtgebiet, wo der Radius sogar nur 25 Meter betrage. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für Bahnen an dem neuralgischen Punkt im Bult-Viertel betrage 20 Kilometer pro Stunde; ein noch langsameres Tempo würde das schrille Quietschen nicht verhindern, sondern höchstens verlängern.

Dass die grünen Stadtbahn­züge älteren Baujahrs lärmiger in die Kurven gehen als die neueren Silberpfeile, mag der Üstra-Sprecher ebenfalls nicht bestätigen. „Das hören wir immer wieder von betroffenen Anwohnern, aber die Anordnung der Drehgestelle ist bei beiden Modellen gleich, und unsere Messungen zeigen hier keine Unterschiede.“ Das Verkehrsunternehmen stehe „vor einem Rätsel“, warum die Bürger den Lärm der beiden Modellreihen so unterschiedlich wahrnehmen würden – vielleicht spiele hier die Psyche in Hinblick auf die Wahrnehmung von alt und neu eine Rolle. Große Hoffnungen mag Iwannek auch nicht mit Blick auf die nächste Stadtbahn-Generation der TW-3000-Züge schüren, die in Hannover ab 2013 nach und nach eingeführt werden sollen: „Es wäre nicht redlich, hier bahnbrechende Verbesserungen zu versprechen.“

So bleibt Bult-Bewohner Hartung nur die Gewissheit, dass er zumindest werktags zwischen kurz nach eins und vier Uhr morgens nicht von metallenem Kreischen aus dem Schlaf gerissen wird – dann nämlich verkehren vor seinem Haus keine Stadtbahnen. Zu Demonstrationszwecken aber, jederzeit abrufbar, hat der 69-Jährige ein paar Originaltöne ins Internet gestellt; wer auf der Plattform von „You Tube“ den Begriff „Quietschende Üstra“ eingibt, bekommt ein eindrucksvolles 15-Sekunden-Video zu hören. Auf der anderen Seite verspricht die Üstra, sich der Beschwerden von Anwohnern – auch an anderen problematischen Kurven – weiter annehmen und so gut wie möglich helfen zu wollen. Erste Adresse sei hier die Telefon-Hotline 1668-0.

Anmerkung des Webmasters: Dieser Artikel betrifft nicht die Thematik des D-Tunnels direkt, wohl aber womögliche Auswirkungen der geplanten oberirdischen Strecke in der Innenstadt, besonders mit der Doppelkurve vor der Ernst-August-Galerie.

22.09.2011, 22.09.2011, Stadt-Anzeiger West HAZ/NP: »Quietschend durch die Kurve«

Quietschend durch die Kurve

Am Schwarzen Bären in Linden-Mitte reißt der Lärm der Stadtbahnen die Anlieger aus dem Schlaf.

Von Margret Jans-Lottmann

Der Schwarze Bär in Linden-Mitte zählt zu den verkehrs­reichsten Ecken der Stadt: Autos, Radfahrer und Fußgänger drängen sich hier auf engstem Raum, Motoren­geräusche von Autos, Lastwagen und Bussen umhüllen den Verkehrs­knotenpunkt zwischen Blumenauer Straße, Falkenstraße und Deisterstraße mit stetem Rauschen. Wenn aber alle paar Minuten eine Stadtbahn von der Benno-Ohnesorg-Brücke heranfährt und sich durch die zwei engen Kurven zur Falken­straße wälzt, dann zerschneidet ein Kreischen und Quietschen den Verkehrslärm – so laut und eindringlich, dass viele Anwohner es als unerträglich empfinden.

Die Inhaberin des Hotels am Schwarzen Bären ärgert sich Jahren über das Quietschen der Bahnen, die direkt am Hotel um die Ecke fahren. Besonders schlimm sei es in der Kurve vor dem Capitol, sagt Ludmila Maschik. Nahezu jeden zweiten Tag beschwerten sich Gäste, weil sie von dem Lärm nicht schlafen könnten. Dabei habe das Haus doppel­verglaste Fenster. „Ich rufe permanent bei der Üstra an“, sagt die Hotelbesitzerin. Das Verkehrs­unternehmen verweise dann auf seine Schmier­anlage an den Schienen. Doch damit sei das Problem nicht gelöst. „Nach kurzer Zeit quietscht es wieder.“ Ludmila Maschik hat inzwischen resigniert. „Man hat keine Chance gegen die Üstra“, meint sie.

Carola Czempik ist vor Kurzem von der Falkenstraße in die Minister-Stüve-Straße umgezogen – in der Hoffnung, in der neuen Wohnung mehr Ruhe zu finden. Doch davon kann keine Rede sein. Besonders im Innenhof ist der Lärm der Bahnen zu hören. „Es quietscht so sehr, dass es weh tut“, sagt sie. Der Lärm reiße sie regelmäßig aus dem Schlaf, vor allem dann, wenn das Fenster geöffnet sei. Beschwere sie sich bei der Üstra über das Quietschen der Bahnen, würden die Schienen zwar geschmiert. „Das geht dann einen halben Tag gut, bis alles wieder von vorne beginnt.“ Sie habe schon darüber nachgedacht, Unterschriften zu sammeln, sagt Czempik.

Thomas Ganskow findet es besonders schlimm, wenn die Linie 9 gleich hinter der Station Waterloo ans Tageslicht kommt. Dann quietsche es fürchterlich, sagt er. Ganskow wohnt im Ihme-Zentrum und ist Mitglied der Anlieger­initiative Calenberger Loch, die sich dagegen wehrt, dass die Stadt für den Hochwasser­schutz an der Ihme Bäume abholzt. Die Gruppe wolle, dass die Bahnen langsamer fahren, sagt er. Wenn die Bäume an der Ihme verschwunden seien, gehe ein Schallschutz verloren, die den Stadtbahn-Lärm bislang dämpfe. Das Schmieren der Schienen reicht nach Ansicht von Ganskow nicht aus. „Vor allem nicht an den proviso­rischen Schienen, die für die Zeit des Brücken-Neubaus verlegt worden sind“, sagt er.

Üstra-Sprecher Udo Iwannek kann den Ärger der Anlieger verstehen. „Überall dort, wo es Probleme gibt, haben wir Schmieranlagen eingebaut“, sagt er. In den Kurven des Stadtbahn-Netzes gebe es rund 45 solcher Anlagen, dort wo die Bahnräder an den Schienen reiben. Im Baustellenbereich der Benno-Ohnesorg Brücke seien zurzeit aber proviso­rische Gleise verlegt – und die müssten per Hand geschmiert werden, sagt Iwannek. Das Problem: Es muss so viel Schmiere auf den Schienen verteilt werden, dass es nicht quietscht, aber so wenig, dass Autofahrer, Motorrad- und Radfahrer nicht ins Rutschen geraten. Der Üstra-Sprecher kündigt den Anliegern des Schwarzen Bären aber ruhigere Zeiten an: Wenn die Bauarbeiten an der Benno-Ohnesorg-Brücke in den nächsten Wochen abgeschlossen würden, werde die Infra neue Gleise verlegen. Damit verschwinde auch der scharfe Gleisbogen, den die Bahnen derzeit bewältigen müssen. Und dann werde auch das Quietschen ein Ende haben. „Bis dahin müssen wir die Anlieger um Verständnis bitten“, sagt der Üstra-Sprecher.

Anmerkung des Webmasters: Dieser Artikel betrifft nicht die Thematik des D-Tunnels direkt, wohl aber womögliche Auswirkungen der geplanten oberirdischen Strecke in der Innenstadt, besonders mit der Doppelkurve vor der Ernst-August-Galerie.

21.09.2011, 21.09.2011, NP: Lesermeinungen

David Novak per E-Mail zur Rasch­platz­hochstraße: „Mir ist unerklärlich, warum ständig einige die Hochstraße am Rasch­platz abreißen wollen. Sie nimmt sehr viel Verkehr auf, der ansonsten dann eben­erdig fließen, oder besser stehen, würde. Folge wären dann garantiert lange Staus hinterm Bahnhof. Der beste Auto­verkehr ist derjenige, der fließt – deswegen wurde ja auch der City-Ring gebaut. Und die Vorstellung, dass neben dem ebenerdigen Stau sich dann auch noch eine Straßen­bahn schlängelt, ist geradezu absurd. Übrigens würde der massive Verkehr die Lister Meile von der City genauso trennen wie jetzt angeblich die böse Hochstraße.“

20.09.2011, 20.09.2011, NP: Lesermeinungen

Am Kröpcke-Center soll nachträglich ein durchgehender Aufzug installiert werden – nach Abschluss der ursprünglich geplan­ten Arbeiten. Das ärgert Stefanie Lan­gen­bruck, sie schreibt: „Am Sonnabend habe ich am Kröpcke-Center zugesehen, wie die Bauarbeiter am Standort des geplanten verlängerten Fahrstuhls das frisch verlegte Pflaster mit Betonschlamm schon sorgfältig verfugten. Da hier dem­nächst wieder gebaut werden soll, schlage ich vor, dass die Fehl­planer von Stadt und Region die bald anstehenden Aufreiß-, Beton- und neuerlichen Pflaster­arbeiten selbst übernehmen. Dann wissen die vielleicht, wie sich Arbeiten für 100 000 Euro Mehrkosten für falsche Planungen anfühlen, und holen einen Teil davon selbst wieder rein. Eine beschämende Posse ist das!“

Jens Pielawa schreibt zum NP-Artikel „Bröckelt die Raschplatz-Hochstraße dem Ende entgegen?“: „Ich möchte zwei Fakten aus Ihrem Artikel ansprechen. Erstens darf bezweifelt werden, dass für den Abriss der Hochstraße ‚in erheblichem Maße’ Landesmittel bereitstehen werden. Man möchte auf Biegen und Brechen eine oberirdische Variante in die Stadt zimmern. Mit allen Schwierigkeiten beim Bau und bei der Finanzierung, deren Kosten mit Sicherheit explodieren werden – während ein Tunnel für das wohl gleiche Geld ebenso machbar wäre. Und warum kürt die NP Dieter Küßner zum ‚Bauexperten’? Einen Politiker, der eine oberirdische Straßenbahn durch die volle, enge Sallstraße favorisiert und sich damit nur bei den Grünen opportunistisch anbiedert. Der Bürgerzorn der Südstädter würde um einiges gewaltiger ausfallen als das Gezeter in der Limmerstraße wegen zwei Hochbahnsteigen.“

19.09.2011, 19.09.2011, NP: »Bröckelt die Raschplatz-Hochstraße dem Ende entgegen?«

Bröckelt die Raschplatz-Hochstraße dem Ende entgegen?

Die Zukunft der Betonbrücke ist eng verknüpft mit den Plänen zur Stadtbahnlinie D

Von C. Bohnenkamp

HANNOVER. Jeden Wochentag fährt Hans-Martin Sandmann (73) zweimal über die Raschplatz-Hochstraße. Und jedes Mal ärgert sich der NP-Leser. „Die Straße ist in völlig verwahrlostem Zustand. Mir kommt es so vor, als würde man sie bewusst verfallen lassen“, klagt der Betreiber einer Werbeagentur. Tatsächlich bröckelt an vielen Stellen der Mittelbegrenzung der Beton, Stahlteile leuchten rostrot.

„Die Hochstraße wird natürlich in verkehrssicherem Zustand gehalten. Wenn die Verkehrssicherheit gefährdet sein sollte, finden auch Reparaturen statt“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Zurzeit werde der Sanierungsbedarf der Hochstraße geprüft. Ein Ergebnis soll Ende des Jahres vorliegen.

Gewollt ist das Relikt aus den 1970er Jahren jedoch schon länger nicht mehr. „Ich würde da nicht mehr investieren. Mittelfristig sollte die Straße zurückgebaut werden“, sagt Grünen- Verkehrs- und Bauexperte Michael Dette. Sie beanspruche unnötig Raum. Der Verkehr lasse sich auch ebenerdig abwickeln. Auch Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD, hält die Hochstraße für überflüssig. Allerdings würde ein Abriss enorme Kosten verursachen. „Mit 12,5 Millionen Euro müsste man sicher rechnen. Das Geld würde ich lieber in den Erhalt von Straßen stecken, die sich in schlechtem Zustand befinden“, sagt Hermann. Einen Abriss hält er nur für denkbar, wenn es dafür eine satte Förderung gäbe.

Die könnte im Rahmen des geplanten Ausbaus der Stadtbahnlinie D winken. Eine der möglichen oberirdischen Varianten sieht im Bereich der Raschplatz-Hochstraße einen Wendehammer für Straßenbahnen vor, dem die Betonbrücke weichen müsste. Ende des Jahres will die Region ein Gutachten vorlegen, aus dem hervorgehen soll, welche Varianten der D-Linie sich rechnen. Schneidet die mit dem Wendehammer im Brückenbereich gut ab, wäre der Abriss der Hochstraße ein Teil des D-Linien-Ausbaus – und könnte in erheblichem Maße aus Mitteln des Landes finanziert werden.

In diesem Falle wäre auch die CDU für einen Abriss der Hochstraße. „Wenn sich diese D-Linienvariante rechnet, sollte man das machen“, sagt Bauexperte Dieter Küßner. Auch die Stadt sieht mögliche Maßnahmen an der Hochstraße „auch im Zusammenhang mit der D-Linie“. Eine Entscheidung über die Linie und damit wohl auch die Hochstraße wird für kommendes Jahr erwartet. Mindestens so lange wird sich NP-Leser Sandmann noch über die bröckelnde Brücke ärgern müssen.

13.09.2011, 13.09.2011, HAZ: »Wie grün wird Hannover?«

Niederflurbahnen: Die Grünen in Stadt und Region fordern hartnäckig, die sogenannte D-Linie, auf der die Stadt­bahnen 10 und 17 verkehren, auf ein völlig neues Zugsystem umzustellen. Nieder­flur­bahnen sollen künftig auf der Limmer­straße fahren und wuchtige Hoch­bahnsteige überflüssig machen. Die SPD in Stadt und Region hält davon nichts, die Genossen sind wie die Üstra der Meinung, ein zweites Stadt­bahn­system sei unwirtschaftlich. Einzig die CDU schlägt sich auf die Seite der Grünen.

02.09.2011, 02.09.2011, HAZ: »Soll die D-Linie in den Tunnel oder oberirdisch geführt werden?«

»Soll die D-Linie in den Tunnel oder oberirdisch geführt werden?«

HAZ-Leser haben uns ihre Wahlfragen geschickt, Kommunalpolitiker aus Hannover antworten darauf: Jeden Tag bis zur Wahl am 11. September veröffentlichen wir die Stellungnahmen zu drängenden Problemen in Stadt und Umland. Heute geht es um die D-Linie – ein Thema, das in Hannover schon fast zur Endlosdebatte geworden ist. Im Frühjahr hatte die Region sich für die oberirdische Lösung ausgesprochen. Die Diskussion geht trotzdem weiter.

„Die Entscheidung über die Trasse wird in der neuen Wahlperiode gefällt, wenn Planungen vorliegen. Attraktivität undWirtschaftlichkeit stehen im Vordergrund.“ Karl-Heinz Mönkeberg, SPD

„Oberirdisch, weil diese Lösung finanziell machbar ist und damit die Stadtbahn bis zur Südstadt weitergeführt werden kann.“ Dieter Küßner, CDU

„Wir wollen die oberirdische Lösung. Menschen, die in die Innenstadt wollen, haben damit eine klare Zeitersparnis. Zudem wäre die Tunnellösung doppelt so teuer.“ Meike Schümer, Grüne

„Die Tunnelvariante ist zwar teurer, ist jedoch die schnellere Verbindung und bietet mehr Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer durch Vermeidung von Staus.“ Dieter Lüddecke, FDP

„Oberirdisch. Die oberirdische Straßenbahn erlebt eine Renaissance. Bau- und Unterhaltskosten sind geringer, und durch kürzere Zuwege ist die Reisezeit nicht länger.“ Stefan Müller, Linke

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31.08.2011, 31.08.2011, NP: »Stadtbahnlinie als Wahlkampfthema«

Stadtbahnlinie als Wahlkampfthema

Von Dirk Altwig

HANNOVER. Wie soll sich der Verkehr in Hannover entwickeln? Vorstellungen der Parteien nähern sich dazu immer mehr an – möglichst wenig Auto fahren, aber der Einzelhandel in der Innenstadt soll auch mit dem eigenen Pkw erreichbar bleiben.

Ausgerechnet der Neubau einer Stadtbahnlinie ist eines der wenigen fassbaren Wahlkampfthemen, in denen sich die Positionen der Parteien deutlich unterscheiden.

Es geht um die Linie 10 (Ahlem–Aegi). Die Regionsversammlung, die für den Nahverkehr zuständig ist, wird in den nächsten Monaten über die Frage „Hochbahnsteige oder neue Niederflurbahnen“ entscheiden, dann soll ein Gutachten über Kosten und Nutzen vorliegen.

Die SPD in der Regionsversammlung hat bisher deutlich gemacht, dass sie aus Kostengründen kein zweites Stadtbahnsystem einführen möchte. Ein klares Bekenntnis zu Hochbahnsteigen fehlt allerdings im Regionswahlprogramm, die Rede ist lediglich von „Barrierefreiheit“.

Die Grünen plädieren eindeutig für eine Niederflurstrecke – mit Verlängerungsoption bis in die Südstadt. Hier gibt es eine Übereinstimmung mit der CDU. Auch die Linkspartei plädiert für neue Bahnen und Niederflurtechnik bis in die Südstadt.

Die FDP hält an der lange geplanten Tunnellösung vom Goetheplatz bis zum Hauptbahnhof fest. Nur so könne die Innenstadt vom Verkehr entlastet werden.“

25.08.2011, 25.08.2011, NP: Lesermeinungen

Verena Altfeld zur Stadtbahn-Diskussion: „Ihr Bericht zeigt: Die Fahrgäste möchten gerne schnell in die Bahn, beschleunigt reisen und kurz umsteigen. Aktuell funktioniert das nicht, die Linie 10 ist und bleibt die langsamste im Netz. Dies wird sich auch ausgebaut oberirdisch nicht wesentlich ändern. Und durch den Zwergenaufstand in der Limmerstraße, wo es um zwei Hochbahnsteige geht, dreht sich die Diskussion im Kreis. Dies zeigt, dass Hochbahnsteige städtebaulich verträglich gebaut werden sollten und Träumereien von anderen Niederflur-Verlängerungen durch noch engere Straßen (Sallstraße) nur planerisches Unvermögen aufzeigen.“

24.08.2011, 24.08.2011, NP: »Das Hin und Her mit der Linie 10«

Das Hin und Her mit der Linie 10

Seit Jahren befassen sich Stadt und Region mit dem Thema der Erneuerung der Stadtbahnlinie 10 (Ahlem–Aegi). Zwei Varianten haben sich herauskristallisiert: ein Neubau von Hochbahnsteigen oder der Einsatz von Niederflurbahnen. Klaus Scheelhaase, einer der Ur-Väter des hannoverschen U-Bahn-Netzes, brachte vor zwei Tagen eine Verlegung der Strecke auf bestehenden Schienen ins Spiel, um Umbaukosten zu sparen.

Morgens fährt sie schon bei drei Express-Fahrten unterirdisch

HANNOVER. Der Vorschlag von Klaus Scheelhaase, die Streckenführung der Linie 10 anders zu ordnen, ist nicht ganz neu. Jeden Morgen um 7.16, 7.24 und 7.33 Uhr fahren bereits drei Stadtbahnen auf der möglichen neuen Strecke. Die NP ist gestern Morgen mitgefahren. „Die drei Fahrten um kurz nach sieben Uhr sind Expressbahnen, die wir aufgrund des Berufsverkehrs und der zur Schule fahrenden Jugendlichen anbieten“, erzählt der Üstra-Fahrer. Er ist bereits seit zwei Jahren auf der Strecke im Einsatz. Der Express ist besonders für gehbehinderte oder kranke Personen sowie Mütter mit Kinderwagen attraktiv, da Haltestellen angefahren werden, die für sie ausgelegt sind. Der Üstra-Fahrer: „Bei den Tiefbahnsteigen der normalen Route ist es zum Beispiel für Rollstuhlfahrer so gut wie unmöglich einzusteigen.“ Klaus Häcker (43), mit 70 Prozent schwerbehindert, nimmt deshalb auch schon mal einige Minuten Wartezeit in Kauf. Er fährt jeden Tag in die City zum Arzt. Häcker: „Ich nutze den Express, weil das Aussteigen am Kröpcke wesentlich einfacher und nicht so anstrengend ist.“ Auch für die frühen Berufspendler ist die Expressbahn praktisch. Rebekka Otte (33) kommt mit dem Bus aus Groß Munzel und muss in Ahlem auf ihrem Weg zur Arbeit umsteigen. „Wenn ich morgens mal spät dran bin, nutze ich gerne den Express. Man ist im Verlauf der Strecke flexibler mit dem Umsteigen“, erklärt Otte. Für Harald-Dieter Weber ist die alternative Route aus einem anderen Grund sehr praktisch: „Der Express ist besonders bei schlechtem Wetter attraktiv“, sagt er. Tara Hennkes (18) nutzt den Express auf dem Weg zur Justus-von-Liebig-Schule: „Der Express ist super. Er fährt schneller, und ich kann am Kröpcke besser in Anschlussbahnen umsteigen.“

Bau von Hochbahnsteigen in der Limmerstraße unerwünscht

HANNOVER. Die Diskussion um die Streckenführung der Linie 10 wird auch in Linden geführt. Doch das vorherrschende Thema dort ist, welche Folgen mögliche Streckenänderungen für den Stadtteil haben. Werden die Haltestellen in der Limmerstraße zu Hochbahnsteigen umgebaut, oder werden zukünftig Niederflurbahnen auf der Linie 10 eingesetzt? Die Bewohner und Geschäftsleute des Stadtteils stehen einem daraus resultierenden Umbau ihrer Fußgängerzone eher kritisch gegenüber. „Eine Verbreiterung der Stadtbahnstrecke durch Hochbahnsteige würde ich schrecklich finden. Die Limmerstraße würde dadurch ihren Charme verlieren, deshalb bin ich für die Niederflurbahnen“, erklärt Vera Leddin. Auch Dora Trotno, die direkt an der Limmerstraße wohnt, ist gegen die Variante der Hochbahnsteige: „Die geplante Veränderung der Streckenführung steht nicht in Relation zu den möglichen Problemen der Läden und hier lebenden Menschen.“ Das „Limmern“ (gemütliches Beisammensein unter freiem Himmel) sei dadurch nicht mehr möglich. Als Alternative schlägt sie den Ausbau des bestehenden Busverkehrs vor. Auch der Lindener Reinhard Schulz hält eine Buslösung für praktischer: „Das ist ein lang diskutiertes Thema in Linden. Ich denke, durch die bisherigen Busverbindungen ist die Innenstadt gut zu erreichen.“ Eine Mitarbeiterin der Biobäckerei Doppelkorn sieht die Änderungen mit Blick auf das kleine Außencafé ebenfalls kritisch. „Wenn es durch die Umbauarbeiten dann nur noch einen Meter Weg am Rande der Straße gibt, können wir unseren Außenbereich dichtmachen.“ Eine Kollegin ergänzt: „Dazu kommen dann noch die Probleme mit der Versorgung durch unsere Lieferanten.“