29.09.2011, Stadt-Anzeiger Süd: Leserbrief »Tunnel bauen«

29.09.2011 · Kommentare 0

Tunnel bauen
Zu dem Artikel „Die Üstra kriegt die Kurve nicht“ (Quietschen an der Freundallee) vom 22. September:

Anwohner Gunter Hartung wird nicht der Einzige sein, dem das Kurvenquietschen auf die Nerven geht. Sein Youtube-Video unterlegt akustisch eindrucksvoll, was in einer Kurve mit 40 Meter Radius schon für ein Getöse herrschen kann. Umso unverständlicher ist nicht nur mir, dass die Region Hannover weiterhin unbeirrt an ihren Plänen festhält, die sogenannte D-Linie oberirdisch zu belassen und auszu­bauen, anstatt den seit fast 20 Jahren diskutierten D-Tunnel zu bauen. Aktuelle Planungen sehen an der Goseriede (vor dem Elektronikgeschäft „Conrad“) und vor der Ernst-August-Galerie Kurven mit Minimalradien von 25 Metern vor. Dass diese – egal ob von Hoch- oder Niederflurfahrzeugen – nur mit minimalster Geschwindigkeit befahren werden können, dürfte von vornherein klar sein. Dass dann durch verkürzte Takte auf der Linie 10 (wegen kürzerer Züge dank des Zwergenaufstandes in der Limmerstraße wegen zweier Hochbahnsteige) alle zweieinhalb Minuten ein Zug an dieser ohnehin überlasteten Kreuzung vorbeikommen wird, ist ein Wahnsinn, der nur noch Unverständnis auslöst.

Man stelle Leser Hartungs Video mit zwei Minuten Pause dazwischen auf Dauer­schleife und verstärke dieses Gequietsche auf das natürliche Maß – die Stadtkundschaft dürfte wahnsinnig werden. Urbanität und „Stadterleben“, wie uns Grüne und Umweltverbände stets weismachen wollen, wird mit verkehrlichem Kollaps und akustischem Chaos erkauft. Je mehr Straßenbahn-Kurven es in der Innenstadt mit ihren nicht beschleunigten Bahnen geben soll, umso mehr drängt sich die Frage auf, warum alle anderen Bahnen in der Innenstadt im Tunnel fahren dürfen, aber die Region den D-Tunnel mit ihrer „Basta“-Haltung verweigert (während die Üstra ihn gerne bauen würde und auch ein gutes alternatives Finanzierungskonzept hat). Sollte die D-Linie in ein paar Jahren oberirdisch um die Ecken quietschen, will es mal wieder keiner gewesen sein, der solch einen Mist verzapft hat.
Jens Pielawa, Südstadt

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