Regionsplanungen

Märchen aus der Region – Dichtung und Wahrheit

Im Umgang mit dem Thema D-Linie bzw. dem „Projekt Zehn Siebzehn” (Stadtbahnlinien 10 und 17) haben es die Planer aus der Region und der Stadt nicht immer leicht mit der Wahrheit gehabt. Einige Märchen sollten Sie als aufgeklärter Fahrgast nicht glauben oder ungeprüft weitererzählen – es könnte sein, dass das sonst noch jemand glaubt...

Hauke Jagau als Pinocchio [Satire]»Große Wirt­schaft­lich­keit und Zukunfts­fähigkeit«
der Oberflächenstrecke
(Regionspräsident Hauke Jagau, Brief an Pro D 14.05.14)

FALSCH! Im Bauausschuss im Rathaus wurde bei einer Anhörung am 03.04.2013 die Ober­flächen­strecke von einem Fach­ver­treter der üstra eindeutig betrieblich als „nicht zukunfts­fähig” bewertet (Takt­ver­dichtungen, zusätz­liche Linien oder Verlän­gerungen auf der D-Strecke sind in der Innen­stadt nicht machbar). Infra-Chef Stefan Harcke stempelte diese Fach­bewertung später als „Einzel­meinung” ab.

Ulf-Birger Franz als Pinocchio [Satire]»Es waren ein paar hunderttausend D-Mark, die damals genutzt wurden, um diese zusätzlichen U-Bahn-Stationen zu bauen«
(Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz, 17.10.12)

FALSCH! Für die bereits fertig­gestellten baulichen Vor­leistungen der D-Linie (komplette „Geister­station” Haupt­bahnhof, halbe „Geister­station” Steintor und Betriebs­gleis „56” am Steintor) sind bereits rund 28 Mio. DM (ca. 14 Mio. €) ausge­geben worden. Davon wurden von Bund und Land Förder­gelder von 17,7 Mio. DM (rund 9 Mio. €) dazu­gezahlt (HAZ, 14.02.1992). Eine Rück­zahlung von Förder­mitteln bei vor­sätz­lich nicht genutzten Verkehrs­bauten wäre ggf. zu prüfen. Durch vor kurzem neu beantragte Förder­gelder für das „Projekt Zehn Siebzehn” müssten die Halte­punkte Steintor und Haupt­bahnhof quasi zum zweiten Mal gefördert werden. Die Initiative Pro D-Tunnel hat diese Sach­lagen beim Landes- und Bundes­verkehrs­ministe­rium hinterfragt, Entscheidungen bleiben abzuwarten.

Hauke Jagau als Pinocchio [Satire]»Acht Jahre Chaos in der Innenstadt«
beim Bau des D-Tunnels
(Regionspräsident Hauke Jagau, HAZ-Forum 17.04.14)

FALSCH! Der D-Tunnel weist ca. 600 m offene Bauweise in der Goethe­straße und auf dem Steintor­platz (zur Komplet­tierung der Station) auf. Bis zum Haupt­bahnhof sind ca. 750 m Tunnel­röhren zu bohren. Von dieser Bauweise wird man in der City nur zwei ca. 25 × 25 m große Start- und Ziel­schächte sehen – der Tunnelbau geht dabei voll­kommen verkehrs­unabhängig und (entgegen 4 Jahren Bauzeit für das „Projekt Zehn Siebzehn”) ohne Störungen der nörd­lichen Innen­stadt unter­irdisch vonstatten. Eine dem D-Tunnel ähnliche Strecke ist die C-Ost zwischen Aegi und der Rampe-Hans-Böckler-Allee. Der Bauzeiten­plan hat für den gesamten Tunnel­rohbau ca. 3 Jahre vorgesehen (Schild­vortrieb, Ausbau, Baugruben­wände, Aushub, Rohbau und Verfüllung). Siehe auch Pressemitteilung vom 20.04.14.

Ulf-Birger Franz als Pinocchio [Satire]»Der D-Tunnel ist vom Fördergeber schriftlich als unwirtschaftliche Lösung abgelehnt worden«
(Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz, Region im Dialog 04.10.12)

FALSCH! Im November 2009 hat die Region mit dem Büro Intra­plan Consult die drei Varianten D-Tunnel sowie Ober­flächen­strecke „Best Case” (eigener Gleis­körper, ursprüngliche Planung) und „Worst Case” (Straßen­gleise, de facto heutige Planung) bewertet. Alle Varianten – also auch der D-Tunnel – wurden als volks­wirt­schaft­lich sinnvoll und förder­fähig bewertet. Ebenso stellte sich heraus, dass die anteiligen Baukosten für die Region beim Tunnel und der Ober­flächen­lösung ohne eigenen Bahn­körper fast gleichauf liegen – 33 Mio. € Tunnel zu 31 Mio. € Oberfläche (siehe auch „Zu teuer”…?). Die Region hat diese Wirt­schaft­lich­keits­berechnungen mittler­weile als „Extreme” verharmlost. Das Schreiben mit der angeblichen Ablehnung des D-Tunnels wurde auf mehrfache Anfrage bis heute nicht öffentlich vorgelegt.

Hauke Jagau als Pinocchio [Satire]»Der D-Tunnel ist unfinanzierbar«
(Regionspräsident Hauke Jagau, ständige Zitate)

FALSCH! Für den Bau des D-Tunnels in der 1. Ausbaustufe (Goetheplatz–Hbf.) werden stets die Gesamt­kosten von ca. 130 Mio. € angeführt. Davon muss die Region Hannover ca. 33 Mio. € tragen, der Rest wird von Bund und Land nach dem Gemeinde­verkehrs­finanzierungs­gesetz gefördert. Für Jagau sind seit 2009 also 33 Mio. € „unfinan­zierbar”. Diese „Kosten­grenze” sollte die Region für die Ober­flächen­strecke der D-Linie beim Ausbleiben von Förder­geldern also auf keinen Fall überschreiten...